ABR/BERA-Test (Hörtest für Neugeborene)
Der BERA/ABR-Test wird auf zwei Arten durchgeführt:
1. BERA/ABR-Test für Neugeborene
2. Klinischer BERA/ABR-Test
1. Wie wird ein Hörscreening bei Neugeborenen durchgeführt?
Otoakustische Emissionen/Screening BERA/ABR
Bei einem Hörtest für Neugeborene wird eine kleine Sonde in den äußeren Gehörgang eingeführt, während das Baby schläft. Ein spezieller Ton wird an das Innenohr gesendet. Die Reaktion der äußeren Haarzellen im Innenohr auf den Ton wird gemessen. Dieses Verfahren ist für das Baby schmerzfrei und unkompliziert. Die Messung dauert nur wenige Minuten. Das Hörvermögen wird objektiv beurteilt; das Baby muss nicht mitwirken. Ein Hörtest kann bei jedem Baby durchgeführt werden, das mindestens sechs Stunden alt ist.
Die erste Voraussetzung für eine normale Sprachentwicklung ist ein normales Hörvermögen. Für ein Kind sind Hören und Sprechenlernen grundlegende Voraussetzungen für die Kommunikation und die spielerische Entwicklung seiner Fähigkeiten. Kinder beginnen bereits nach der Geburt zu hören und zuzuhören. Beim Sprechenlernen ahmen sie die Geräusche ihrer Umgebung nach.
Studien zufolge kommen 2 bis 3 von 1000 gesunden Neugeborenen mit einer Hörminderung zur Welt.
Eine Hörminderung beeinträchtigt die kognitive, emotionale, soziale und körperliche Entwicklung eines Kindes. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für die Sprachentwicklung, die Lebensqualität und den schulischen Erfolg. Sie gewährleistet eine normale oder nahezu normale Sprachentwicklung bei Kindern mit Hörminderung.
Daher wird empfohlen, jedes Neugeborene innerhalb des ersten Lebensmonats, idealerweise vor der Entlassung aus dem Krankenhaus, einem Hörscreening zu unterziehen, um das Hörvermögen zu bestimmen und festzustellen, ob ein Risiko für eine Hörminderung besteht.
2. Klinische Bera ABR
Je nach Gerätehersteller und -modell variiert die Bera ABR zwischen 10 dB und 110 dB (± 10 dB) für die Hörgrade I–III–V. Die Untersuchung liefert Informationen über die Lage der Hirnwellen und gibt somit Aufschluss über das Hörvermögen und die Hörbahnen in der Klinik.
Der klinische BERA-ABR-Test dient der Bestimmung des Hörvermögens bei Kindern mit Verdacht auf Sprachverzögerung.
WICHTIGE HINWEISE ZUR DURCHFÜHRUNG EINES KLINISCHEN BERA-ABR-TESTS
• Zunächst einmal: Die Untersuchung ist kein radiologisches Verfahren und völlig unschädlich für Ihr Kind.
• Es ist kein Schnitt erforderlich.
• Baden Sie Ihr Kind am Tag vor dem Termin und reinigen Sie besonders die Haut hinter den Ohren und die Stirn.
• Halten Sie Ihr Kind auf dem Weg zum Termin wach und lassen Sie es nicht schlafen.
• Geben Sie Ihrem Kind im Krankenhaus Frühstück.
• Reinigen Sie die Haut Ihres Kindes, bevor Sie es ins Bett bringen.
• Eventuell können Sie Ihr Kind mit einem kleinen Kissen wiegen.
Wie wird der ABR-Test (BERA-Test) durchgeführt?
Der auditorisch evozierte Hirnstammpotentialtest (ABR/BERA-Test) ist die valideste elektrophysiologische Methode in der audiologischen Diagnostik. Er ist objektiv, d. h. er erfordert keine aktive Mitwirkung des Babys. In der Regel kann er bei Neugeborenen im natürlichen Schlaf durchgeführt werden. Bei Babys, die nicht im Schlaf getestet werden können, und bei älteren Kindern erfolgt die Untersuchung unter Sedierung. Der ABR-Test ist für das Baby schmerzfrei. Kleine Elektroden werden an der Stirn und hinter den Ohren angebracht. Über Kopfhörer wird ein spezieller akustischer Reiz abgespielt. Die Reaktion des Hörnervs auf diesen Reiz wird aufgezeichnet und die Hörschwelle bestimmt.
Wenn gesunde Babys ohne Risikofaktoren für Hörverlust dreimal den Hörscreeningtest nicht bestehen, wird ein ABR-Test durchgeführt. Babys, die auf der Neugeborenen-Intensivstation behandelt wurden oder andere Risikofaktoren für Hörverlust aufweisen, sollten zusätzlich zum Hörscreeningtest ebenfalls mit einem ABR-Test untersucht werden.
Wann wird ein BERA-Screening durchgeführt?
Welche Risikofaktoren gibt es?
• Familiäre Vorbelastung mit erblicher, frühkindlicher Schwerhörigkeit
• Geburt vor der 35. Schwangerschaftswoche
• Geburtsgewicht unter 1500 Gramm
• Infektionen wie Masern, Röteln, Syphilis, CMV und Toxoplasmose während der Schwangerschaft
• Entwicklungsstörungen im Gesicht, am Kopf, am Ohrläppchen und im Gehörgang des Babys
• Schwere Gelbsucht mit Notwendigkeit einer Bluttransfusion
• Beatmung über mehr als 5 Tage
• Schwerhörigkeit in Verbindung mit anderen Befunden, die auf ein Syndrom hindeuten
• Neurofibromatose Typ 2 und neurodegenerative Erkrankungen
Auch bei Neugeborenen kann sich eine Schwerhörigkeit später entwickeln, insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren, selbst wenn der Hörtest negativ ausfällt. Daher ist es für Eltern ratsam, die Hör- und Sprachentwicklung ihrer Kinder aufmerksam zu beobachten und bei Bedenken einen Arzt zu konsultieren.
In jedem Fall wird das Gehör dieser Babys einfach überprüft, und es kann festgestellt werden, dass sie keine Hörprobleme haben. Hörscreening-Tests, die weltweit weit verbreitet sind, wurden auch in unserem Land vom Gesundheitsministerium verpflichtend eingeführt.
